Brücken in Sachsen

mit Bildern von Dieter Rösler, Etzdorf



Eisenbahnbrücken um Waldheim



Lageplan

der abgebildeten Brücken



Die Brücken wurden mit Ausnahme der Brücke Nr. 8 von der Chemnitz-Risaer Eisenbahn-Gesellschaft erbaut, die 1848 auf Grund der hohen Baukosten für die sechs Brücken und Stützmauern, die auf dem Abschnitt Limmritz-Waldheim zu errichten waren, zahlungsunfähig wurde und 1850 in Staatsbesitz überging.

Der rd. 7,5 km lange Abschnitt Limmritz-Waldheim wird seither als Bankrottmeile bezeichnet.

Nr. 1 - Limmritzer Viadukt, Limmritz - Hartha, 1847-1852

Der Viadukt über die Zschopau hat fünf breite Mittelbogen und durch Gruppenpfeiler abgesetzt drei bzw. sechs schmalere Vorlandbogen.

Länge 291 m, Weite 10,5 m, Höhe 37,4 m

Nr. 2 - Viadukt Saalbach, Hartha-Saalbach

Der Saalbacher Viadukt hat sechs Bögen.

Länge 83 m, Höhe 26,9 m

Nr. 3 - Steina Viadukt, Hartha-Steina, 1846-1852

Der Viadukt hat 14 Bögen.

Länge 226 m, Weite 14 m, Höhe 37 m

Nr. 4 - Viadukt Kummersmühle, Hartha-Steina

Der im Wald versteckte Viadukt hat sieben Bögen.

Länge 105 m, Höhe 29,2 m

Nr. 5 - Diedenhainer Viadukt, Hartha - Waldheim, 1846-1852

Auffallend sind die zwei Spitzbogen der unteren Ebene mit seitlichen Massivbauten sowie die Zusammenfassung von je vier Gewölben der oberen Ebene durch kompakte Trennpfeiler.

Länge 212 m, Weite 12 m, Höhe 46,7 m

Nr. 6 - Bahnhofsbergbrücke Waldheim

Die Brücke am Bahnhofsberg Waldheim hat einen Spannbetonträger.

Länge 13 m, Höhe 7,5 m

Nr. 7 - Heiligenborner Viadukt, Waldheim, 1850-1852

Auf einem unteren Stock mit drei Spitzpfeilern steht eine Reihe kleiner schmaler Bögen.

Länge 212 m, Höhe 39,6 m


Nr. 8 - Gerüstpfeilerbrücke Waldheim, 1895-1896

Die Brücke wurde für die Waldheim-Kriebethaler Eisenbahn erbaut. Sie hat parallelgurtige Gitterträger zwischen vier Gerüstpfeilern.

Der Eisenbahnverkehr wurde 1996 eingestellt. Ein Kleinbahnverein strebt Wiederinbetriebnahme mit schmalerer Spur an.

Länge 171 m, Weiten 5 x 25 m, Höhe 31 m, Breite 3 m




weitere Eisenbahnbrücken



Hetzdorfer Viadukt, Flöha - Oederan, 1866-1868

Der Viadukt über das Flöhatal war mit einer Höhe von 42 m der höchste eingeschossige Viadukt der Deutschen Reichsbahn. Der teils gekrümmt verlaufende Viadukt hat 17 Bögen. Die vier zentralen Bögen haben eine Spannweite von 22,6 m.

Nach der Fertigstellung einer neuen Trasse mit den beiden nachfolgenden Viadukten wurde der Eisenbahnbetrieb 1992 auf dem Hetzdorfer Viadukt eingestellt. Er dient heute einem Radweg.

Länge 328 m, Weite 22,6 m, Höhe 42 m

Flöhatalbrücke, Hetzdorf, 1986-1992

Die Brücke wurde im Zuge der Begradigung der Linie Dresden - Chemnitz erstellt.

Sie hat einen über neun Felder durchlaufenden Hohlkasten aus Spannbeton.

Länge 344 m, Höhe 37 m, Breite 10,5 m

Hetzbachtalbrücke, Flöha, 1986-1992

Die zweite Brücke im Zuge der Begradigung der Linie Dresden - Chemnitz erstellte Brücke ist nahezu baugleich zur benachbarten Flöhatalbrücke.

Auch sie hat einen über neun Felder durchlaufenden Hohlkasten aus Spannbeton.

Länge 344 m, Höhe 35 m, Breite 10,5 m

Hüttenbachviadukt, Oberwiesenthal, 1897

Der Viadukt der Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesentahl führt gekrümmt über das Hüttenbachtal



Er hat 4 unterspannte Blechträger, die von 3 Gerüstpfeilern gestützt werden.

Länge 100 m, Weiten 4 x 17,5 m, Höhe 18 m

Frankenberger Viadukt, 1868

Der eingleisige Viadukt führt im Norden von Frankenberg über das Lützeltal.
Er hat drei hohe Bögen von 14 m Weite, an die sich seitlich auf zwei Etagen jeweils kleinere Bögen anschließen.

Länge 103 m, Höhe 27 m

Göhrener Viadukt, 1869-1871

Der Göhrener Viadukt gehört neben der Elster- und Göltzschtalbrücke zu den imposantesten deutschen Brückenbauten aus der Frühzeit des Eisenbahnbaues. Er ist Teil der Eisenbahnlinie Chemnitz-Leipzig und befindet sich zwischen den Bahnhöfen Cossen und Narsdorf . Die Brücke hat zwei Etagen mit unten 4 großen Bogen, in der oberen Etage ursprünglich 21 Bogen, davon wurden aus Gründen der Stabilisierung bei Sanierungsarbeiten zwischen 1982-86 neun Bogen verfüllt. Die ursprüngliche Länge verringerte sich dadurch von 512 m auf 321 m.

Länge 321 m, Weite 26 m, Höhe 68 m

Wegefarther Viadukt, Oberschöna, 1868-1870

Der Viadukt der Linie Dresden - Werdau wird auch als Frankensteiner Viadukt bezeichnet.

Er hat 17 Bögen aus Sandstein. Die Gruppenpfeiler haben bis zur Brüstung hochgezogene Vorbauten mit einem burgartigen Abschluss.

Länge 348 m, Höhe 41 m

Memmendorfer Viadukt, Oederan, 1868

4,5 km südwestlich des Wegefarther Viadukts quert die Bahn das Memmendorfer Bachtal auf einer Brücke mit drei Segmentbögen aus Stahlbeton.

Länge 76 m



Brücken über die Elbe



Blaues Wunder, Dresden, 1891-1893

Die Brücke wurde als "Brücke König Albert von Sachsen" errichtet. Sie ist eine einmalige Hängebrückenkonstruktion, bei der die Tragkette durch einen auf den Kopf gestellten Dreigelenkbogen ersetzt wurde. Sie war eine der ersten Strombrücken ohne Flußpfeiler.

Aufgrund der einzigartigen Konstruktion und dem blau-grünen Farbanstrich wird die Elbbrücke im Volksmund als "Blaues Wunder" bezeichnet.

Länge 270 m, Weiten 61,7 - 146,7 - 61,7 m , Höhe 11 m, Breite 12 m

Sonderseite der Brücke



Waldschlösschenbrücke Dresden, 2007-2013

Die heftig umstrittene Waldschlösschenbrücke, deretwegen das Elbtal den Titel eines Welterbes verlor, geht ihrer Fertigstellung entgegen.

Sie hat zwei Bogenrippen, die von der Fahrbahntafel geschnitten werden. Über den Flutbereichen hat sie paarweise V-förmige Pfeiler.

Länge 640 m, Weite 135 m, Höhe 16,5 m, Breite 29,3 m.

Carolabrücke Dresden, 1971

Mit einer Spannweite von 120 m im Strombereich war die als Dr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke eingeweihte Brücke die größte Spannbetonkonstruktion der DDR.

Die Brücke hat für die 2 Fahrbahnen und die Straßenbahngleise drei getrennte Überbauten, die an den Brückenenden auseinander schwingen. Die Überbauten bestehen aus gevouteten Hohlkästen aus Spannbeton.

Länge 375 m, Weiten 44 - 58 - 120 - 95 - 58 m, Höhe 10 m, Breite 32 m

Augustusbrücke Dresden, 1907-1910

1907 mußte die 1731 von Pöppelmann erbaute Steinbrücke abgebrochen werden, weil sie die Elbschiffahrt zu sehr behinderte. Bis 1910 erfolgte der Neubau mit neun Stampfbetongewölben, die mit Sandstein verkleidet wurden.

Die zum Kriegsende 1945 gesprengte Brücke wurde 1949 wieder aufgebaut.

Länge 328 m, Weiten 17,8 - 23,9 - 36,0 - 2 x 39,30 - 36,1 - 32,9 - 28,3 - 22,0 m,
Höhe 10 m, Breite 17 m

Marienbrücke Dresden, 1852/1999

Als älteste aus Naturstein gebaute Brücke Dresdens besitzt die Marienbrücke 13 Pfeiler. Die zum Kriegsende 1945 gesprengte Brücke wurde 1947 wieder aufgebaut.

Seit dem Frühjahr 1997 wurde sie völlig überholt und verbreitert und im Januar 1999 wieder freigegeben.

Länge 468 m, Weite 28 m, Höhe 9 m, Breite 17 m

Elbebrücke Radebeul-Niederwartha, 2007-2010

Die neue Elbebrücke ist die erste Schrägseilbrücke Sachsens. Sie wurde unmittelbar neben der Eisenbahnbrücke errichtet. Der am rechten Elbufer angeordneten Pylon ist aus Stahlbeton und 77 m hoch. Über diesen wird der 2,0 m hohe Überbau durch 9 Seilpaare abgespannt. In der Hauptöffnung besteht der Überbau aus einem Stahlbeton-Verbundquerschnitt, Seitenfeld und die Vorlandbrücken werden in Stahlbeton ausgeführt.

Länge 366 m, Weiten betragen 22,0 - 2 x 23,0 - 23,5 - 192 - 82,5 m

Eisenbahnbrücke Meißen, 1925

Die Brücke hat 2 nebeneinanderliegende Fachwerkträger über 5 Felder mit innenliegenden offenen Fahrbahnen. Ein Träger hat eine auskragende Tafel als Geh- und Radweg

Länge 213 m, Weiten Strombrücke 22 - 3 x 56,20 -22 m , Höhe 10 m

Altstadtbrücke Meißen, 1999-2000

Die Brücke ersetzte die 1934/35 errichtete Brücke. Die beiden Randfelder sind als mehrstegiger Plattenbalken in Spannbeton ausgeführt. Die Flussfelder sind als offener dreistegiger Verbundquerschnitt mit einer Bauhöhe von 1,8 m ausgebildet.

Länge 205 m, Weiten 20,17 - 51,35 - 61,2 - 51,35 - 20,7 m, Breite 18 m



Brücken über die Mulde



Mulde-Eisenbahnbrücke Röda

Zwischen Leisnig und Grimma quert die Eisenbahn die Mulde auf einer stählernen Vollwandträgerbrücke. Über die Flutgelände führen massive Bogenreihen.

Länge 220 m

Mulde-Hängebrücke Grimma

Die Hängebrücke wurde 1924 erbaut, nachdem ein Hochwasser die hölzerne Tonnenbrücke zerstört hatte. 1945 wurde sie gesprengt und 1949 wieder hergestellt. Ende der achtziger Jahre wurde sie erneuert und 1997 rekonstruiert. Sie wurde durch das Hochwasser 2013 wieder stark beschädigt.

Länge 80 m, Breite 1,7 m

Pöppelmannbrücke Grimma

Nach der Beschädigung durch das Hochwasser 2002 musste das 1974 eingesetzte Stahlfachwerk über die ehemals zwei mittleren Bogenöffnungen durch einen neuen Stahlbogen ersetzt werden.

Länge 140 m, Weite 30 m, Breite 7,4 m

Sonderseite der Brücke

Neue Muldebrücke Grimma

Die Straßenbrücke hat einen Balken über vier Felder

Länge 143 m, Weite 71 m



Brücken über die Freiberger Mulde



Die Brücken über die Freiberger Mulde-Brücke sehen Sie auf einer

Sonderseite



Brücken über die Striegis



Striegisbrücke am Bahnübergang Niederstriegis

Die letzte Brücke über die Striegis vor ihrer Mündung in die Freiberger Mulde hat zwei Bögen.

Länge 21 m

Striegisbrücke nach Littdorf

Die Brücke zum Ortsteil Littdorf benötigt nur einen Bogen.

Weite 25 m

Autobahntalbrücke über die kleine Striegis, Hainichen

Der 1954 erstellte Brückenteil hat 11 Bogen von 28,36 m Weite. 1993 wurde ein neuer Brückenteil hinzugefügt. Er hat einen Hohlkasten aus Spannbeton.

Längen 357 m, Weiten 28 m, Höhe 40 m

Eisenbahnbrücken über die Striegis

siehe

Sonderseite

der Bahnstrecke Roßwein - Hainichen.



Brücken über die Zwickauer Mulde



Zwickauer Mulde-Brücke Grimma-Sermuth, 1995-1996

Im Ortsteil Sermuth führt die letzte Brücke über die Zwickauer Mulde vor ihrer Vereinigung mit der Freiberger Mulde.

Sie hat einen zweistegigen gevouteten Plattenbalken über drei Felder.

Länge 97 m

Zwickauer Mulde-Brücke Colditz

Die Balkenbrücke hat drei Felder.

Länge 60 m

Steg über die Zwickauer Mulde, Sörnzig-Fischendorf, 1954-1956

Der Hängesteg unterscheidet sich von den üblichen Hängebrücken durch die Fachwerkkästen über den kurzen Seitenfeldern, die den Zug der Tragkabel aufnehmen.

Länge 83 m, Weiten 14,5 - 54,0 - 14,5 m, Höhe 6 m, Breite 1,8 m



weitere Brücken



Hausbrücke Hohenfichte, Leubsdorf, 1832

Die Hausbrücke führt mit zwei Feldern über die Flöha.

Länge 56 m, Weiten 2 x 21 m, Breite 4,6 m, Höhe 5 m

Sonderseite der Brücke

Zschopaubrücke Mittweida

Die dreibogige Brücke wurde für einen Eisenbahnanschluss eines Steinbruchs erbaut. Sie dient heute Radfahrern und Fußgängern.

Länge 103 m, Weiten 34 - 35 - 34 m, Breite 2,1 m

Schaukelbrücke Kokisch-Liebenhain, 2003

Die Fußgänger-Hängebrücke über die Zschopau wurde 2002 durch Hochwasser zerstört und danach wieder aufgebaut. Die Pylone bestehen aus niedrigen Stahlrahmen, die auf gemauerten Uferpfeilern stehen. Die Tragkabel reichen bis zur stählernen Brückentafel, die mit Holzbohlen belegt ist, hinab.