Brücke des Monats

Januar 2026


 
 

Hinterrheinbrücken

Reichenau, Graubünden


 
 
 
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Wenige Meter vor dem Zusammenfluss von Vorderrhein und Hinterrhein führen zwei Eisenbahnbrücken der Räthischen Bahn über den Hinterrhein. Sie werden nach dem gegenüber liegendem Ort als Hinterrheinbrücken Reichenau bezeichnet. Geographisch liegen sie auf den Gemeindegebieten von Bonaduz und Domat/Ems.

Ihre unterschiedliche Konstruktionen zeigen die Entwicklung des Brückenbaus im Verlauf von 120 Jahren auf.

 
   
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Die alte Brücke wurde für die 1896 in Betrieb genommene Linie von Landquart nach Thusis erstellt. Sie quert den Hinterrhein und sein Vorland mit drei parallelgurtigen Fachwerkträgern mit oben liegendem Gleis. Die Fachwerkträger haben ein vierfaches Strebenfachwerk.

Ab 1903 diente die Hinterrheinbrücke auch der Linie von Reichenau nach Ilanz, die 1912 bis nach Disentis verlängert wurde.

Zur Unterführung der neuen Nationalstraße A13 wurde anfangs der 1960er-Jahre das östliche gemauerte Widerlager durch einen Trennpfeiler aus Stahlbeton ersetzt und ein weiteres Brückenfeld mit einem Träger aus Stahlbeton angefügt.

 
   
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Die von Chur heranführende Strecke wurde später zweigleisig ausgebaut. Am Ende des Bahnhofs Reichenau-Tamins wurden die Gleise zusammengeführt und über die eingleisige Brücke geleitet. Auf der anderen Brückenseite trennten sich dann die beiden Linien.

Durch den angestiegenen Eisenbahnverkehr wurde die eingleisige Brücke immer mehr zu einem Nadelöhr und man entschloss sich, beide Linien auf zwei Brücken über den Hinterrhein zu führen.

Nach Fertigstellung der zweiten Brücke im Jahr 2018 wurde die alte Brücke saniert und auf Untergurthöhe ein Fuß- und Radweg angebracht. 2019 wurde dann der zweigleisige Betrieb über beide Brücken aufgenommen.

 
   
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Die neue Brücke für die Linie nach Thusis wurde oberhalb der bestehenden Brücke erstellt.

Im Gegensatz zur alten Brücke ist sie leicht gekrümmt und hat ein viertes Feld, weil die schräge Querung der Nationalstraße A13 in das Bauwerk mit einbezogen wurde. Ihre Ufeiler stehen neben den Pfeilern der alten Brücke, um die Sicht auf das historische Bauwerk möglichst wenig zu beeinträchtigen.

 
   
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Der Brückenträger ist ein 1,7 m hoher Stahltrog, der aus zwei seitlichen trapezförmigen Hohlkästen und einer halb versenkten, quer ausgesteiften Fahrbahnplatte besteht. Das Gleis liegt auf einem durchgehenden Schotterbett.

Markante Bauelemente der neuen Hinterrheinbrücke sind die Vouten über den zwei westlichen Pfeilern, die in vier Stiele aufgelöst sind. Diese Quadropods sind mit Bolzenlagern mit den Pfeilern verbunden.

Die V-förmige Stütze über dem östlichen Pfeiler wurde schräg zur Brücke, aber parallel zur Autobahn angeordnet.


 
  Erste Brücke
Baujahr: 1894-1896
Länge: 151 m
Weiten: 44,1 - 63,0 - 44,1 m
Breite: 6,0 m


 
  Zweite Brücke
Baujahr: 2017-2018
Länge: 199 m
Weiten: 46,4 - 41,0 - 63,0 - 45,8 m
Breite: 6,3 m