Aarebrücken in Bern und Umgebung

Dalmazibrücke, 1957-1958

Die Brücke ersetzte die alte Eisenbrücke aus dem Jahr 1872.

Die neue Brücke hat zwei gevoutete Hohlkästen aus Spannbeton mit einer gemeinsamen Fahrbahnplatte. Die Bauhöhe der Hohlkasten beträgt 0,9 m bis 1,4 m.

Länge 63 m, Weiten 19,7 - 23,55 - 19,7 m, Höhe 3,7 m, Breite 8 m.

Kirchenfeldbrücke, 1881-1883

Die Brücke gehört zu den Hauptwerken der Eisenbaukunst in der Schweiz.

Sie hat zwei gelenklose Fachwerkbogen aus Schweißeisen, die auf einem stämmigen Pfeilersockel in der Talmitte und zwei Widerlagern an den Talhängen aufliegen.

Die Fahrbahntafel ist aufgeständert und liegt im Bogenscheitel auf.

Zur Stabilisierung der Brücke wurden die 3 Hauptpfeiler 1913/14 mit Beton ummantelt.

Länge 229 m, Weite 86 m, Höhe 39 m, Breite 13,2 m.

Nydeggbrücke, 1840-1844

Die Nydeggbrücke war Berns erste Hochbrücke und hatte bei ihrer Errichtung den weitest gespannten Steinbogen auf dem europäischen Festland.

Sie hat einen großen Segmentbogens über die Aare und beidseitig kleinere halbkreisförmige Bogen über dem Hangbereich bzw. über eine Straße. An die beiden Halbkreisbogen ist ein Damm angeschlossen, auf dem die ehemaligen Zollhäuser stehen.

Länge 90 m, Weite 46,1 m, Höhe 23,4 m, Breite 12,2 m.

Untertorbrücke, 1461-1489

Die älteste Brücke Berns ersetzte die durch das Hochwasser 1460 schwer beschädigte Holzbrücke.

Für die Errichtung der ersten Steinbrücke benötigte man fast 30 Jahre. Sie erhielt 3 Segmentbogen zwischen sechseckigen Pfeilern und wurde sowohl mit Pfeilertürmen und Brückentoren ergänzt. Dies Pfeilertürme wurden im 18. Jahrhundert und die Brückentore im 19. Jahrhundert wieder abgebrochen.

Länge 53 m, Weiten 13,7 - 15,1 - 13,7 m, Höhe 8 m, Breite 7,5 m.

Altenbergsteg, 1857

Der Versteifungsträger der Kettenhängebrücke besteht aus einem Fachwerk, das als Geländer dient. Die Ketten laufen über am Ufer stehende Pendelstützen.

Länge 63 m, Weite 57 m, Höhe 4,8 m, Breite 2,2 m.

Kornhausbrücke, 1895-1898

Die Brücke hat zwischen markanten Kämpferpfeilern einen gelenklosen Gitterbogen über die Aare mit aufgeständerter und im Bogenscheitel aufliegender Fahrbahn. Daneben hat sie noch einen bzw. 4 kleinere Zweigelenkbögen und jeweils ein Balkenrandfeld. Der Hauptbogen ist nach oben mit 4 Obelisken markiert.

Länge 356 m, Weite 114,9 m, Höhe 48 m, Breite 12,6 m.

Lorrainebrücke

Straße und Eisenbahn mußten sich bis 1930 eine dreifeldrige Gitterbrücke teilen, die den Verkehrslasten und dem Verkehrsaufkommen nicht mehr gewachsen war. Mit der vierspurigen Lorrainebrücke erhielt das Bahnhofsviertel eine leistungsstarke Verbindung mit den nördlichen Stadtteilen.

Die Brücke hat einen elliptischen Hauptbogen, der von zwei Halbkreisbogen eingerahmt wird. Sie wurde aus armierten Betonquadern konstruiert.

Am südlichen Brückenkopf stehen zwei Plastiken aus Muschelkalk von Paul Kunz.

Länge 178 m, Weite 82 m, Höhe 37,5 m, Breite 18 m.

Eisenbahnviadukt Bern, 1937-1941

Die viergleisige Zufahrt zum Hauptbahnhof über die Aare ist die größte Brücke der Schweizer Bundesbahn und war bei ihrer Errichtung die größte Betonbogenbrücke Europas.

Der als dreizelliger Hohlkasten ausgebildete parabelförmige Betonbogen ist 13,35 m breit und am Kämpfer 5,0 und im Scheitel 3,2 m dick. Der Fahrbahnträger ist ein vierstegiger Plattenbalken, der wie im Abschnitt des Talwegviadukts aufgeständert ist.

Die Brücke setzt sich aus dem 407 m langem Talwegviadukt, einem 205 m langen Kastentragwerk ohne Öffnungen, der 328 m langen Aarebrücke und einer 153 m langen Aufständerung über die Straßen am nördlichen Bahnhofskopf zusammen.

Länge 1093 m, Weite des Bogens 150 m, Höhe 42 m, Breite 17,4 m.

Wehrsteg Felsenau

Über das Felsenauer Wehr führt ein Fachwerksteg über drei Wehrfelder.

Länge 66m, Höhe 5 m, Breite 1,9 m

Felsenauviadukt, 1972-1975

Der Felsenauviadukt ist Berns höchste Brücke.

Er hat einen einzelligen Hohlkasten aus Spannbeton, der über den zwei Haupt- und Nebenöffnungen gevoutet ist und mit den 3 Zwillingspfeilern ein Rahmentragwerk bildet. Über die anschließenden 6 bzw. 7 Felder ist der Hohlkasten als Durchlaufträger mit konstanter Bauhöhe ausgebildet.

Länge 1116 m, Weite 144 m, Höhe 63 m, Breite 26,2 m.

Tiefenaubrücke der SZB, 1967

Die Eisenbahnbrücke der Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn wurde oberhalb der bestehenden Straßenbrücke errichtet.

Sie hat ein Sprengwerk aus Spannbeton.

Länge 200 m, Weite 96,8 m, Höhe 30 m, Breite 10,9 m.

Tiefenaubrücke, 1846-1850

Die Straßenbrücke aus Sand- und Kalkstein ist zwischen den mächtigen Widerlagern 92 m lang und hat 3 Halbkreisbogen

Länge 150 m, Weite 3 x 24,9 m, Höhe 28,4 m, Breite 10,4 m.

Felsenaubrücke, 1948-1949

Die Brücke ersetzte die 1928 erstellte Pionierbrücke zwischen Bern und Bremgarten, deren Holzkonstruktion marode war.

Die neue Brücke wurde als dreistegige Plattenbalkenbrücke aus Stahlbeton unter Verwendung der alten Widerlager erstellt. Der gevoutete Plattenbalken läuft über fünf Felder.

Die zwei Flusspfeiler wurden als Betonscheiben ausgeführt, die Landpfeiler wurden in Einzelstützen aufgelöst und stehen auf den Fundamenten der Vorbrücke.

Länge 63 m, Weiten 8,3 - 3 x 16,1 - 5,4 m, Höhe 7,5 m, Breite 8,3 m.

Seftausteg

Der Steg beim Elektrizitätswerk Felsenau ersetzte die untere Felsenaufähre.

Er hat einen einfeldrigen parallelgurtigen Fachwerkträger sowie ein massives Gewölbe über den Uferweg auf der Seftauer Seite.

Die Träger sind 3,1 m hoch und haben einen Abstand von 2,3 m. Sie haben zur Mitte hin fallenden Diagonalen. Die Gehbahn verläuft im oberen Drittel der Träger.

Länge 59 m, Weite 53 m, Höhe 4,8 m, Breite 2,3 m.

Neubrügg, 1466/1535

Die alte Holzbrücke wurde im Jahre 1466 erbaut. Sie hat 5 Öffnungen mit Sprengwerken. Das nördliche Feld ist leicht abgeknickt.

1535 wurden die Holzpfeiler durch steinerne Pfeiler ersetzt. Den vier sechseckigen Pfeilern wurden rechteckige Auflagerköpfe aufgesetzt.

Der stadtseitige Brückenkopf ist seit 1765 mit einem Tor aus Sandstein befestigt.

Länge 92 m, Weiten 18,7 - 19,2 - 20,9 - 16,5 - 15,9 m, Höhe 3,4 m, Breite 6,4 m.

Halenbrücke, 1911-1913

Die Halenbrücke war bei ihrer Fertigstellung die weitest gespannte Betonbrücke der Schweiz.

Sie hat einen parabelförmig eingespannten Hauptbogen und über dem Nordhang vier eiförmige Bogen. Die Fahrbahntafel ist als Plattenbalken ausgebildet.

Die rechteckigen Pfeiler haben gewölbte Sparöffnungen und einen leichten Anzug.

Länge 234 m, Weiten 87,1 - 4 x 21,0 m, Höhe 38 m, Breite 9,1 m.

Stägmattsteg, 1999

Der neue Steg steht an der Stelle der Holzbrücke aus dem Jahr 1871, die wegen des Aufstaus der Aare zum Wohlensee 1920 abgerissen wurde.

Der heutige Steg hat drei Einfeldträger mit Holzbohlenbelag. Die beiden Seitenfelder steigen zur Mitte hin an.

Die beiden Flusspfeilern bestehen aus Bohrpfählen mit einem Durchmesser von 120 cm. Auf ihnen sind Aussichtskanzeln angebracht, die auch als Auflager der Fachwerkträger dienen.

Länge 103 m, Höhe 4,5 m, Breite 4,2 m.

Kappelenbrücke, 1919-1920

Die Brücke führt über die zum Wohlensee aufgestaute Aare. Sie hat einen großen Segmentbogen, der von kleineren Halbkreisbogen flankiert wird. Der Hauptbogen und die jeweils 2 benachbarten Bogen sind als Dreigelengbogen ausgebildet. Die übrigen Bogen sind starr.

Länge 174 m, Weiten 3 x 12,0 - 44,3 - 5 x 12,0 m, Höhe 14,5 m, Breite 9,0 m.